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Verstehe dein Gehalt. Plane deinen Alltag.

Gehalt, Steuern und Zuschläge

Wie viel verdienst du vor und nach der Anerkennung? Was wird für Nacht- und Wochenenddienste bezahlt? Und welcher Betrag kommt auf deinem Konto an? Hier erfährst du, wie sich dein Gehalt zusammensetzt, wie du Angebote vergleichst und worauf du bei deiner Abrechnung achten solltest.

Grundgehalt, feste Zulagen und dienstabhängige Zuschläge werden dabei getrennt betrachtet. Auch deine Wochenstunden, die berücksichtigte Berufserfahrung und eine mögliche tarifliche Einstufung sind für den Vergleich wichtig. Anhand verständlicher Beispiele kannst du nachvollziehen, wie zusätzliche Dienste deine Vergütung beeinflussen können. So fällt es dir leichter, dein regelmäßiges Einkommen einzuordnen und Ausgaben für Wohnen, Mobilität und Alltag zu planen.

Medeed erläutert dir die vorgesehenen Vergütungsbedingungen und unterstützt dich dabei, offene Fragen mit deinem Arbeitgeber zu klären. Dein konkretes Gehalt ergibt sich aus deinem Arbeitsverhältnis mit der Gesundheitseinrichtung. Für individuelle Steuerberatung beziehen wir befugte Fachleute ein.

Gehalt, Steuern und Zuschläge verständlich erklärt

Wovon hängt dein Gehalt ab?

Gehalt und Beschäftigungsbedingungen vergleichen

Entscheidend sind deine Tätigkeit, die anerkannte Qualifikation, deine Berufserfahrung, die vereinbarten Wochenstunden und das Vergütungssystem deines Arbeitgebers. Hinzukommen können feste Zulagen, Zahlungen für besondere Dienste und jährliche Sonderzahlungen.

Lass dir vor der Entscheidung diese Angaben nennen:

  • Bruttogrundgehalt bei deinen tatsächlichen Wochenstunden.
  • Anwendbarer Tarifvertrag oder andere Vergütungsregelung.
  • Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und berücksichtigte Berufserfahrung.
  • Feste monatliche Zulagen und Voraussetzungen für variable Zuschläge.
  • Vergütung während der Anerkennung und bei anschließender Fachkrafttätigkeit.
  • Auszahlungstermin, Sonderzahlungen und mögliche Abzüge für vereinbarte Zusatzleistungen.

Eine Angabe wie „bis zu 4.500 Euro“ ist erst verständlich, wenn feststeht, welche Bestandteile darin enthalten sind und welche Dienste dafür erforderlich wären. Lass dir Grundgehalt, feste Zulagen und nur voraussichtliche Zuschläge getrennt darstellen.

Aufenthaltsrechtliche Gehaltsvoraussetzungen prüfen wir nach dem vorgesehenen Aufenthaltstitel und dem jeweils gültigen Stand.

Vor und nach der Anerkennung

Während des Anerkennungsverfahrens

Ohne die erforderliche volle Anerkennung und Berufsausübungserlaubnis arbeitest du in der Pflege häufig zunächst als Hilfskraft oder in einer entsprechend begrenzten Tätigkeit. Deine ausländische Ausbildung macht dich dabei nicht automatisch zu einer in Deutschland anerkannten Pflegefachkraft. Welche Aufgaben du übernehmen darfst und wie du eingruppiert wirst, muss zur vorhandenen Qualifikation und zum erlaubten Einsatz passen. Bundesregierung: Pflegefachkräfte aus dem Ausland.

Für deine Planung müssen auch die Bedingungen der Anpassungsmaßnahme klar sein: Welche Zeiten sind Beschäftigung, welche sind Unterricht oder Prüfungsvorbereitung? Welche Vergütung und Freistellung sind dafür vereinbart? Wer trägt die vorgesehenen Kosten?

Bei anerkannter Fachkrafttätigkeit

Sobald die berufsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen und du entsprechend als Fachkraft eingesetzt wirst, muss die Vergütung anhand dieser Tätigkeit geprüft werden. Kläre rechtzeitig mit der Personalabteilung, welche Unterlagen benötigt werden, ab welchem Datum die neue Eingruppierung gilt und wie die Umstellung dokumentiert wird.

Vorher schriftlich klären: „Was verdiene ich während der Anerkennung, und welche Vergütung gilt anschließend bei meinem Einsatz als anerkannte Fachkraft?“

Hilfskraft, qualifizierte Assistenz und Fachkraft unterscheiden

Im TVöD sind beispielsweise Pflegehelfertätigkeiten in P 5, entsprechende Helfertätigkeiten mit mindestens einjähriger Ausbildung in P 6 und entsprechende Pflegetätigkeiten mit mindestens dreijähriger Ausbildung in P 7 vorgesehen. Besondere Aufgaben können eine andere Gruppe begründen. Die Zuordnung einer internationalen Bewerbung muss anhand der konkreten Voraussetzungen erfolgen. TVöD: Entgeltordnung, Teil B Abschnitt XI.

Vergütung vor und nach der beruflichen Anerkennung

Konkrete Gehaltsbeispiele für die Pflege im Krankenhaus

Beispiel TVöD/VKA mit Besonderem Teil Krankenhäuser, Vollzeit, Tabelle ab 01.05.2026. Die Beträge sind monatliches Tabellenbrutto ohne Zulagen und Zuschläge.

Gruppe Eingangsstufe Tabellenbrutto beim Einstieg in diese Stufe Tabellenbrutto in Stufe 6
P 5 Stufe 1 2.907,18 € 3.629,25 €
P 6 Stufe 1 3.012,49 € 4.013,41 €
P 7 Stufe 2 3.510,30 € 4.305,40 €
P 8 Stufe 2 3.701,21 € 4.488,98 €
P 9 Stufe 2 3.992,39 € 4.662,42 €

Die Eingangsstufe ist kein festes Angebot für jede Bewerbung. Anrechenbare Erfahrung kann die Einstufung beeinflussen. Die höchste Stufe wird nicht unmittelbar nach der Anerkennung erreicht.

Im dargestellten Krankenhaus-Tarif kommen für Vollzeitbeschäftigte der P-Gruppen grundsätzlich 141,82 Euro Pflegezulage und 25 Euro weitere monatliche Zulage hinzu. Beispiel P 7/Stufe 2: 3.510,30 + 141,82 + 25,00 = 3.677,12 Euro brutto, vor weiteren anspruchsabhängigen Leistungen. Bei Teilzeit ist die anteilige Berechnung zu beachten. VKA: BT-K, §§ 52–53 und Anlage E.

Welcher Tarif gilt in deinem Krankenhaus?

Einrichtung Mögliche Vergütungsgrundlage
Kommunales Krankenhaus Für Pflege häufig TVöD mit Krankenhausregelungen; für Ärzte häufig TV-Ärzte/VKA.
Landeskrankenhaus oder Universitätsklinikum Beispielsweise TV-L beziehungsweise TV-Ärzte/TdL; je nach Einrichtung auch eigene Tarifverträge.
Privates Krankenhaus Konzern- oder Haustarifvertrag, vertraglich übernommenes Tarifwerk oder individuell vereinbarte Vergütung.
Kirchliches Krankenhaus Beispielsweise AVR Caritas oder ein für den diakonischen Träger geltendes Regelwerk.

Die Eigentümerstruktur allein bestimmt deinen Tarif nicht. Maßgeblich sind Arbeitgebergesellschaft, Berufsgruppe und die für dein Arbeitsverhältnis geltenden Regeln. „In Anlehnung an einen Tarif“ sollte genauer erläutert werden: Sind auch Stufenaufstiege, Erhöhungen, Zuschläge und Sonderzahlungen einbezogen? VKA: Krankenhäuser, TdL: TV-L, Marburger Bund: Tarifverträge, Caritas: AVR.

Ausführliche Erklärungen findest du unter Arbeitsvertrag und deine Rechte.

Bayern, Nordrhein-Westfalen und die anderen Bundesländer

Es gibt kein einheitliches „Pflegegehalt Bayern“ oder „Pflegegehalt Nordrhein-Westfalen“. Derselbe Tarif kann in mehreren Bundesländern dieselben Tabellenbeträge vorsehen. Bei identischer Gruppe, Stufe und Beschäftigungsquote kann deshalb das Tabellengehalt gleich sein, obwohl du an unterschiedlichen Orten arbeitest.

Regionale Unterschiede entstehen unter anderem durch andere Arbeitgeber, Tarifwerke, Tätigkeiten und zusätzliche Leistungen. Auch die Vollzeit-Wochenstunden müssen verglichen werden. Für deine persönliche Entscheidung kommen Wohnkosten, Arbeitsweg und die Situation deiner Familie hinzu.

Veröffentlichter Regionalvergleich für Pflegeeinrichtungen

Die folgende Übersicht zeigt regional übliche Entlohnungsniveaus der Langzeitpflege, veröffentlicht mit Stand 31.10.2025. Das sind Vergleichswerte für Pflege- und Betreuungspersonal in Pflegeeinrichtungen, keine allgemeine Krankenhaustabelle und keine zugesagten Einstiegsgehälter.

Die Berechnung berücksichtigt neben dem Grundgehalt weitere Entgeltbestandteile, etwa bestimmte Zulagen, Sonderzahlungen und Bereitschaftsvergütung. Deshalb darfst du die Stundenwerte nicht wie einen garantierten Grundstundenlohn behandeln oder unbesehen mit einer reinen Gehaltstabelle vergleichen. AOK: Berechnungsmethodik.

Alle Werte in Euro brutto je Stunde nach der veröffentlichten Vergleichsmethodik.

Bundesland Hilfspersonal Pflegeassistenzpersonal Fachpersonal
Baden-Württemberg 20,37 € 22,82 € 27,28 €
Bayern 20,01 € 22,25 € 26,83 €
Berlin 20,51 € 21,97 € 27,42 €
Brandenburg 20,13 € 21,68 € 26,87 €
Bremen 20,60 € 22,03 € 27,07 €
Hamburg 20,77 € 23,33 € 27,89 €
Hessen 20,15 € 21,85 € 26,63 €
Mecklenburg-Vorpommern 19,51 € 21,44 € 26,03 €
Niedersachsen 20,23 € 22,16 € 26,68 €
Nordrhein-Westfalen 20,53 € 23,47 € 27,40 €
Rheinland-Pfalz 20,11 € 22,57 € 27,25 €
Saarland 20,07 € 23,24 € 27,23 €
Sachsen 20,30 € 21,72 € 26,35 €
Sachsen-Anhalt 20,33 € 22,30 € 26,87 €
Schleswig-Holstein 20,45 € 22,27 € 27,34 €
Thüringen 19,61 € 21,15 € 26,30 €

Hilfspersonal: ohne mindestens einjährige einschlägige Berufsausbildung. Pflegeassistenzpersonal: mit mindestens einjähriger Ausbildung. Fachpersonal: mit mindestens dreijähriger Ausbildung. AOK: Bundesweite Datenübersicht, Stand 31.10.2025.

Die Werte sind auch für bestimmte Entlohnungsmodelle zugelassener Pflegeeinrichtungen relevant. Sie begründen aber nicht für jede einzelne Person automatisch genau diesen Stundenlohn. Welches Entlohnungsmodell die Einrichtung anwendet, muss konkret geklärt werden. GKV-Spitzenverband: Entlohnungsniveaus 2025.

Mindestlohn und vereinbartes Gehalt

Für Beschäftigte im Geltungsbereich der Pflegearbeitsbedingungenverordnung gelten vom 01.07.2026 bis 30.06.2027 folgende Mindestentgelte:

Tätigkeit beziehungsweise Qualifikation Mindestentgelt brutto pro Stunde
Pflegehilfskraft 16,52 €
Qualifizierte Pflegehilfskraft mit mindestens einjähriger Ausbildung und entsprechender Tätigkeit 17,80 €
Pflegefachkraft mit entsprechender Tätigkeit 21,03 €

Das sind Untergrenzen, keine empfohlenen oder zugesagten Gehälter. Der besondere Pflegemindestlohn gilt nicht pauschal für die Beschäftigung in Krankenhäusern. Der betriebliche und persönliche Geltungsbereich ist zu prüfen; außerdem können höhere tarifliche oder vertragliche Ansprüche bestehen. 7. Pflegearbeitsbedingungenverordnung.

Ärzte und medizinisch-technische Fachkräfte

Ärztinnen und Ärzte: Bei Anwendung des TV-Ärzte/VKA beträgt das monatliche Tabellenbrutto ab 01.06.2026 in Entgeltgruppe I/Stufe 1 beispielsweise 5.722,05 Euro, in Entgeltgruppe II/Stufe 1 für entsprechende fachärztliche Tätigkeit 7.552,19 Euro. Das sind Vollzeit-Tabellenbeträge ohne zusätzliche Dienste. Berufserlaubnis beziehungsweise Approbation, anerkannte Facharztqualifikation, Tätigkeit und anrechenbare Erfahrung müssen zum jeweiligen Einsatz passen. Marburger Bund: TV-Ärzte/VKA, Entgelttabelle.

Medizinisch-technische Fachkräfte: Für Labor, Radiologie und Funktionsdiagnostik gelten die jeweiligen Tätigkeitsmerkmale des Vergütungssystems. Die Pflegetabelle lässt sich nicht automatisch übertragen. Lass dir für deinen anerkannten Beruf die konkrete Gruppe und Stufe nennen. TVöD: Entgeltordnung für Gesundheitsberufe.

Vollzeit, Teilzeit und Stundenlohn

Ein Monatsbetrag ist nur zusammen mit der Arbeitszeit aussagekräftig. Vergleiche beispielsweise 30, 38,5, 39 oder 40 Wochenstunden nicht ohne Umrechnung. Auch die Zahl und Verteilung der Dienste gehören zum Angebot.

Rechenbeispiel: Ein vereinbartes Vollzeit-Grundgehalt von 3.600 Euro bei 40 Wochenstunden entspricht bei einer proportionalen Reduzierung auf 30 Stunden einem Grundgehalt von 2.700 Euro. Variable Zuschläge kommen nach den tatsächlich zuschlagsberechtigten Diensten hinzu; für einzelne Zulagen können besondere Regeln gelten.

Für eine grobe Angebotsrechnung kannst du Wochenstunden × 52 ÷ 12 verwenden. Bei 40 Wochenstunden sind das rund 173,33 Stunden pro Monat. Die verbindliche Lohnabrechnung kann einen anderen tariflichen Umrechnungsfaktor verwenden. Teile ein Monatsgehalt deshalb nicht pauschal durch 160.

Zulage, Zuschlag und Sonderzahlung

Begriff Bedeutung für dein Angebot
Grund- oder Tabellengehalt Regelmäßige Vergütung für deine vereinbarte Tätigkeit und Arbeitszeit.
Zulage Zusätzlicher Betrag bei bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise für Pflege, eine Funktion oder Schichtarbeit.
Zeitzuschlag Zusätzliche Vergütung für bestimmte Arbeitszeiten, etwa nachts oder sonntags.
Sonderzahlung Zusätzliche Zahlung zu einem bestimmten Anlass oder Termin, etwa eine Jahressonderzahlung.
Bereitschaftsvergütung Entgelt nach den besonderen Regeln für Bereitschaftsdienst oder Rufbereitschaft.

Frage bei jeder Leistung nach Höhe, Anspruchsvoraussetzungen, Befristung und Auszahlung. Ein höheres Monatsgehalt und ein zusätzliches Weihnachtsgeld lassen sich nur über das gesamte Jahr sinnvoll vergleichen. Ein vollständiges „13. Gehalt“ besteht nicht automatisch.

Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagszuschläge

Dein Zahlungsanspruch und die steuerliche Behandlung sind zwei getrennte Fragen. Die steuerlichen Höchstsätze sind keine Zusage, dass dein Arbeitgeber diese Prozentsätze zahlen muss. Für Nachtarbeitnehmer sieht das Arbeitszeitgesetz bei fehlenden tariflichen Ausgleichsregelungen einen angemessenen Ausgleich durch bezahlte freie Tage oder einen Zuschlag vor. § 6 Absatz 5 ArbZG.

Tarifbeispiel für Pflege im kommunalen Krankenhaus

Bei Anwendung der dargestellten TVöD-Krankenhausregelungen gelten für reguläre Arbeit insbesondere diese Zeitzuschläge:

Zeitraum beziehungsweise Anlass Zuschlag
Nachtarbeit von 21:00 bis 06:00 Uhr 20 %
Sonntagsarbeit 25 %
Feiertagsarbeit mit tariflichem Freizeitausgleich 35 %
Feiertagsarbeit ohne tariflichen Freizeitausgleich 135 %
24. und 31. Dezember ab 06:00 Uhr 35 %

Die Berechnungsgrundlage ist der tarifliche Stundenanteil der Stufe 3 deiner Gruppe. Nachtzuschläge können neben Sonntags- oder Feiertagszuschlägen anfallen; von zusammentreffenden Sonntags-, Feiertags-, Vorfesttags- und Samstagszuschlägen wird nach dieser Regel nur der höchste gezahlt. TVöD, §§ 7–8.

Für die hier betrachteten Pflegebeschäftigten sieht der Krankenhaus-Sonderteil außerdem 20 % samstags von 13:00 bis 21:00 Uhr auch bei Schicht- und Wechselschichtarbeit vor. Bei anderen Tarifwerken können andere Zeiten, Sätze und Kombinationen gelten. BT-K, § 50.

Die Tabelle betrifft reguläre Arbeit. Für Bereitschaftsdienst gelten eigene Vergütungsregeln. Ein Ersatzruhetag ist außerdem nicht ohne Weiteres mit dem tariflich geregelten Feiertags-Freizeitausgleich gleichzusetzen.

Samstagabend bis Sonntagmorgen: Was passiert um Mitternacht?

Nach Samstag 23:59 Uhr beginnt Sonntag um 00:00 Uhr. Für die Zuschläge wird die Schicht nach den jeweiligen Zeitabschnitten aufgeteilt. „Samstag nachts um zwölf“ sollte in der Abrechnung deshalb mit einem eindeutigen Datum und 00:00 Uhr bezeichnet werden.

Rechenbeispiel mit den oben genannten 20 % Nacht- und 25 % Sonntagszuschlag: Regulärer Dienst von Samstag 22:00 Uhr bis Sonntag 06:30 Uhr; unbezahlte Pause am Sonntag von 02:00 bis 02:30 Uhr. Keiner der beiden Tage ist ein Feiertag. Als angenommene Berechnungsgrundlage dienen 24 Euro pro Stunde.

Zeitabschnitt Gearbeitete Zeit Zuschläge im Beispiel Zusätzlicher Betrag
Samstag 22:00–24:00 2 Stunden Nacht: 20 % 9,60 €
Sonntag 00:00–02:00 2 Stunden Nacht: 20 % und Sonntag: 25 % 21,60 €
Sonntag 02:00–02:30 Pause Keine Arbeitszeit im Beispiel 0,00 €
Sonntag 02:30–06:00 3,5 Stunden Nacht: 20 % und Sonntag: 25 % 37,80 €
Sonntag 06:00–06:30 0,5 Stunden Sonntag: 25 % 3,00 €
Summe 8 Stunden 7,5 Nachtstunden und 6 Sonntagsstunden 72,00 €

Die Zuschläge ergeben zusammen 72 Euro zusätzlich zum regulären Entgelt. Die angenommene Basis von 24 Euro ist kein zugesagter Stundenlohn.

Der Samstag-Zuschlag aus dem vorherigen Abschnitt fällt in diesem Beispiel nicht an, weil der Dienst erst nach 21:00 Uhr beginnt. Nach 06:00 Uhr endet hier der Nachtzuschlag, während der Sonntagszuschlag weiterläuft.

Wann können Zuschläge steuerfrei sein?

§ 3b Einkommensteuergesetz erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen steuerfreie Zuschläge zusätzlich zum Grundlohn für tatsächlich geleistete Arbeit. Die nachfolgenden Sätze sind steuerliche Höchstgrenzen.

Tatsächlich gearbeiteter Zeitraum Steuerfrei möglich bis zu diesem Anteil des steuerlichen Grundlohns
Nachtarbeit 20:00–06:00 Uhr 25 %
Nachtarbeit 00:00–04:00 Uhr, wenn die Nachtarbeit vor Mitternacht begonnen hat 40 %
Sonntag 00:00–24:00 Uhr 50 %
Gesetzlicher Feiertag; außerdem 31. Dezember ab 14:00 Uhr 125 %
24. Dezember ab 14:00 Uhr, 25. und 26. Dezember sowie 1. Mai 150 %

Für die Berechnung ist der steuerliche Grundlohn auf 50 Euro pro Stunde begrenzt. Maßgeblich sind bei gesetzlichen Feiertagen die Regeln am Arbeitsort. § 3b EStG.

Zahlungsanspruch und Steuergrenze können voneinander abweichen: Die tarifliche Nachtzeit im vorherigen Beispiel beginnt um 21:00 Uhr; steuerlich beginnt sie bereits um 20:00 Uhr. Auch ein möglicher steuerfreier Höchstsatz von 40 % zwischen 00:00 und 04:00 Uhr erhöht einen vereinbarten Nachtzuschlag von 20 % nicht automatisch.

Ein Samstag ist für sich allein kein steuerlich begünstigter Anlass. Fallen Samstagsstunden zugleich in einen begünstigten Nacht- oder Feiertagszeitraum, muss die Lohnbuchhaltung die tatsächlich gezahlten Zuschläge entsprechend prüfen. Auch ein tariflicher Feiertagszuschlag ist nicht automatisch vollständig steuerfrei.

Sonntagabend bis Montagmorgen

Beginnt die Nachtarbeit vor Mitternacht, können für die Zeit von Montag 00:00 bis 04:00 Uhr steuerlich noch die besonderen Sonntagsregeln gelten. Daraus entsteht aber kein zusätzlicher arbeitsvertraglicher Anspruch auf einen Sonntagszuschlag. Ob der Arbeitgeber für diese Montagstunden einen solchen Zuschlag schuldet, entscheidet die geltende Vergütungsregelung. § 3b Absatz 3 EStG.

Steuerfrei bedeutet nicht immer sozialversicherungsfrei

Für die Beitragsfreiheit entsprechender Zuschläge in der Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gilt grundsätzlich eine niedrigere Grundlohngrenze von 25 Euro pro Stunde. Bei höherem Grundlohn kann ein Zuschlag daher teilweise beitragspflichtig sein, obwohl er steuerfrei bleibt. § 1 SvEV.

Das normale Gehalt für Nacht- oder Sonntagsstunden wird durch diese Regeln nicht steuerfrei. Begünstigt sind die dafür zusätzlich gezahlten Zuschläge innerhalb der gesetzlichen Voraussetzungen.

Überstunden, Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft

Arbeitszeit, Bereitschaftsdienst und Rufbereitschaft einordnen

Zusätzliche Stunden sollten in der Zeiterfassung erkennbar sein. Kläre, wann Mehrarbeit oder Überstunden vorliegen, wer sie anordnen beziehungsweise genehmigen darf und ob sie bezahlt, einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben oder durch Freizeit ausgeglichen werden. Ein später Feierabend erzeugt nicht in jedem Vergütungssystem denselben Zuschlagsanspruch.

Beim Bereitschaftsdienst hältst du dich an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort bereit. Bei Rufbereitschaft musst du für einen möglichen Einsatz erreichbar sein; die konkreten Vorgaben sind zu beachten. Vergütung, Bewertung der Bereitschaftszeit und Bezahlung tatsächlicher Einsätze folgen eigenen Regeln. Bei Ärzten können zusätzliche Dienste einen erheblichen Teil der Abrechnung ausmachen. Lass dir diese Beträge getrennt vom Grundgehalt erklären. TV-Ärzte/VKA, §§ 9–12.

Was passiert mit dem Gehalt bei Urlaub oder Krankheit?

Bezahlter Urlaub und Entgeltfortzahlung bei Krankheit folgen eigenen Berechnungsregeln. Regelmäßige variable Entgeltbestandteile können dabei zu berücksichtigen sein. Deshalb lässt sich weder pauschal sagen, dass alle Zuschläge unverändert weiterlaufen, noch dass alle zusätzlichen Beträge entfallen. § 11 BUrlG, § 4 Entgeltfortzahlungsgesetz.

Die Steuerfreiheit für Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschläge setzt grundsätzlich tatsächlich geleistete Arbeit voraus. Eine Zahlung während Urlaub oder Krankheit ist deshalb nicht allein deshalb steuerfrei, weil sie frühere Schichtzuschläge berücksichtigt. Dadurch kann sich der Auszahlungsbetrag ändern. § 3b EStG.

Voraussetzungen und Dauer der Entgeltfortzahlung sowie die Krankmeldung erklären wir unter Arbeitsvertrag und deine Rechte.

Brutto, Netto und Auszahlungsbetrag

Gehaltsabrechnung und Auszahlungsbetrag prüfen

Brutto ist deine Vergütung vor den persönlichen Abzügen. Netto ergibt sich nach den geltenden Steuern und Arbeitnehmerbeiträgen. Der tatsächliche Auszahlungsbetrag kann nochmals abweichen, beispielsweise durch eine belegte Reisekostenerstattung, einen Vorschuss oder vereinbarte Abzüge.

Wie viel von deinem Brutto bleibt, hängt unter anderem von Steuerklasse, Krankenkasse, Versicherungsstatus, Kindern, Kirchensteuermerkmal und weiteren persönlichen Umständen ab. Zwei Personen mit demselben Bruttogehalt können deshalb unterschiedliche Beträge erhalten.

Für eine brauchbare Vorausberechnung braucht die Lohnbuchhaltung deine persönlichen Daten und eine klare Trennung zwischen festen und variablen Gehaltsbestandteilen. Bitte um eine Musterabrechnung mit offengelegten Annahmen. Plane wiederkehrende Ausgaben nicht allein mit besonders vielen Nacht- oder Wochenenddiensten.

Der Lohnsteuerrechner des Bundesfinanzministeriums kann bei der Einordnung des Steuerabzugs helfen. Er ist ausdrücklich kein vollständiger Brutto-Netto-Rechner und berechnet nicht alle Sozialabgaben.

Welche Sozialabgaben werden abgezogen?

Für eine reguläre sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gelten 2026 insbesondere folgende Arbeitnehmeranteile; Beitragsbemessungsgrenzen und persönliche Besonderheiten sind zu berücksichtigen:

Versicherung Arbeitnehmeranteil beziehungsweise Grundregel
Gesetzliche Rentenversicherung In der Regel 9,3 % des beitragspflichtigen Bruttos.
Arbeitslosenversicherung In der Regel 1,3 % des beitragspflichtigen Bruttos.
Gesetzliche Krankenversicherung Regelmäßig 7,3 % plus die Hälfte des Zusatzbeitrags deiner Krankenkasse.
Soziale Pflegeversicherung Außerhalb Sachsens grundsätzlich 1,8 %; bei Kinderlosigkeit regelmäßig zusätzlich 0,6 Prozentpunkte ab Vollendung des 23. Lebensjahres. Für Eltern mehrerer berücksichtigungsfähiger Kinder können Abschläge gelten.

Der Arbeitgeber trägt daneben eigene Beitragsanteile. Diese werden nicht nochmals zusätzlich von deinem vereinbarten Bruttogehalt abgezogen. In Sachsen ist die Verteilung des Pflegeversicherungsbeitrags zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer anders. Die individuelle Beitragshöhe hängt auch von den nachgewiesenen Kinderdaten ab. Deutsche Rentenversicherung: Sozialversicherungswerte, BMG: Krankenversicherungsbeiträge, BMG: Pflegeversicherungsbeiträge.

Bei ärztlicher Tätigkeit kann statt der gesetzlichen Rentenversicherung eine berufsständische Versorgung maßgeblich sein, wenn die erforderliche Befreiung vorliegt. Bei privater Krankenversicherung oder weiteren Sonderfällen ist eine gesonderte Berechnung nötig. Deutsche Rentenversicherung: Berufsständische Versorgung.

Lohnsteuer, Steuerklassen und Kirchensteuer

Die Lohnsteuer ist der laufende Steuerabzug auf deinen Arbeitslohn. Deine Steuerklasse beeinflusst die monatliche Berechnung; sie entscheidet nicht allein über die endgültige Einkommensteuer für das gesamte Jahr.

Steuerklasse Typische Einordnung
I Insbesondere ledige Beschäftigte; je nach Voraussetzungen auch andere Personen.
II Alleinerziehende, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen.
III/V oder IV/IV, gegebenenfalls mit Faktor Für Ehepaare beziehungsweise eingetragene Lebenspartnerschaften bei erfüllten Voraussetzungen und entsprechender Zuordnung oder Wahl.
VI In der Regel für ein weiteres lohnsteuerpflichtiges Arbeitsverhältnis; kann auch bei bestimmten fehlenden Abrechnungsmerkmalen relevant werden.

Wenn deine Familie noch im Ausland lebt, darfst du eine bestimmte Steuerklasse nicht allein wegen deiner Heirat voraussetzen. Kläre die steuerliche Einordnung anhand von Wohnsitz, Einkünften und den erforderlichen Nachweisen. § 38b EStG: Steuerklassen.

Kirchensteuer kommt bei entsprechender Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft hinzu. Für die großen Kirchen beträgt sie in Bayern und Baden-Württemberg regelmäßig 8 %, in den übrigen Bundesländern 9 % der maßgeblichen Lohn- beziehungsweise Einkommensteuer. Das sind nicht 8 oder 9 % deines gesamten Bruttogehalts. Deutsche Bischofskonferenz: Kirchensteuer.

Je nach Steuerhöhe kann außerdem Solidaritätszuschlag anfallen. Für die persönliche Berechnung sind deine tatsächlichen Abrechnungsmerkmale entscheidend.

Steuer-ID und erste Gehaltszahlung

Für den elektronischen Abruf deiner Lohnsteuermerkmale benötigt der Arbeitgeber insbesondere deine Steuer-ID, dein Geburtsdatum und die Information, ob es dein Hauptarbeitsverhältnis ist. Teile die Angaben der Personal- oder Lohnabteilung mit, sobald sie vorliegen.

Ist die Steuer-ID noch nicht verfügbar, sollte die Lohnbuchhaltung das zulässige vorläufige Verfahren klären. Unter bestimmten Voraussetzungen sind Übergangsregelungen möglich; andernfalls kann Steuerklasse VI relevant werden. Eine fehlende Steuer-ID bedeutet nicht pauschal, dass überhaupt kein Gehalt ausgezahlt werden darf. ELSTER: Angaben und Verfahren für Arbeitgeber.

Halte außerdem deine Kontoverbindung, die Angaben zur Krankenversicherung und erforderliche Nachweise zu Kindern bereit. Kontrolliere die erste Abrechnung besonders sorgfältig und melde unzutreffende Merkmale zeitnah.

So liest du deine Gehaltsabrechnung

Angaben auf der Gehaltsabrechnung sorgfältig prüfen

Du hast grundsätzlich Anspruch auf eine Abrechnung in Textform, aus der Zeitraum und Zusammensetzung des Arbeitsentgelts hervorgehen. Bei unveränderten Angaben kann die Pflicht zu einer erneuten Abrechnung entfallen. § 108 GewO.

Prüfe diese Punkte:

  1. Stimmen Abrechnungsmonat, Beschäftigungsumfang, Gruppe und Stufe?
  2. Sind Grundgehalt und feste Zulagen richtig ausgewiesen?
  3. Passen abgerechnete Nacht-, Sonntags- und Feiertagsstunden zu deinen Zeitnachweisen?
  4. Wurden Pausen, Überstunden, Bereitschaftsdienste und Freizeitausgleich richtig zugeordnet?
  5. Sind Steuerklasse, Krankenkasse, Kirchensteuermerkmal und relevante Kinderdaten korrekt?
  6. Sind Vorschüsse, Unterkunftskosten oder andere Abzüge vereinbart und nachvollziehbar?
  7. Stimmen Auszahlungsbetrag und Kontoeingang überein?

Gesamtbrutto, Steuerbrutto und Sozialversicherungsbrutto müssen nicht identisch sein. Beispielsweise können steuerbegünstigte Zuschläge die Unterschiede erklären. Variable Zahlungen können außerdem zeitversetzt abgerechnet werden. Frage deshalb zuerst, auf welchen Dienstmonat sich die jeweilige Position bezieht.

Bei Unstimmigkeiten: Abrechnung, Dienstplan und eigene Zeitnachweise zusammenstellen und die Lohnbuchhaltung um eine nachvollziehbare Erklärung beziehungsweise Korrektur bitten. Beachte mögliche Ausschlussfristen aus dem Arbeits- oder Tarifvertrag. Bei Bedarf helfen Betriebsrat, Personalrat, Mitarbeitervertretung, Gewerkschaft oder unabhängige Beratung.

Steuererklärung nach dem Berufseinstieg

Eine Steuererklärung kann freiwillig sinnvoll sein oder verpflichtend werden. Eine Pflicht kann beispielsweise bei bestimmten zusätzlichen Einkünften, mehreren parallelen Arbeitsverhältnissen, bestimmten Steuerklassenkombinationen oder Lohnersatzleistungen entstehen. Ob das bei dir zutrifft, muss anhand deiner gesamten Situation geprüft werden. § 46 EStG.

Im Jahr deiner Einreise können auch vorherige ausländische Einkünfte und Doppelbesteuerungsabkommen eine Rolle spielen. Ein Arbeitsbeginn mitten im Jahr führt deshalb nicht automatisch zu einer bestimmten Erstattung. Bewahre Lohnsteuerbescheinigungen, ausländische Einkommensnachweise und berufsbezogene Belege auf. § 32b EStG: Progressionsvorbehalt.

Je nach Voraussetzungen können etwa berufliche Fahrtkosten, Arbeitsmittel, Fortbildung oder ein beruflich veranlasster Umzug steuerlich berücksichtigt werden. Nicht jede Ausgabe ist abziehbar; Erstattungen und Förderungen sind bei der Prüfung einzubeziehen. § 9 EStG: Werbungskosten.

Medeed erklärt dir allgemeine Begriffe und hilft dir dabei, die benötigten Unterlagen zu ordnen. Individuelle Steuerberatung und die Prüfung deiner Erklärung übernehmen dazu befugte Fachleute. Dabei wird auch geklärt, welche Abgabefrist für dich gilt. Eine Erstattung kann nicht vorab garantiert werden.

Was du bei einem Angebot zusätzlich vergleichen solltest

Leistungen und Bedingungen eines Angebots vergleichen

Ein gutes Angebot muss zu deinem gesamten Alltag passen. Vergleiche deshalb neben dem Gehalt:

  • Verlässliche Wochenstunden, Dienstplanung und Belastung durch zusätzliche Dienste.
  • Anerkennung deiner bisherigen Berufserfahrung und Entwicklung nach der Anerkennung.
  • Jahressonderzahlungen und die dafür geltenden Voraussetzungen.
  • Betriebliche Altersversorgung und mögliche eigene Beiträge.
  • Kosten einer angebotenen Unterkunft, Nebenkosten und Arbeitsweg.
  • Finanzierung und Freistellung für Qualifizierung oder Fachweiterbildung.
  • Befristete Prämien, mögliche Rückzahlungsbedingungen und sonstige Nebenvereinbarungen.

Ein Vorschuss, Darlehen oder eine Kostenerstattung sollte gesondert erkennbar sein. Solche Leistungen sind nicht ohne Weiteres zusätzliches dauerhaftes Gehalt. Die Bedingungen der Medeed-Unterstützung erklären wir unter Transparenz und Fairness.

Dein Gehalt und deine Abrechnung im Blick

Für deine Planung ist wichtig, welche Vergütung fest vereinbart ist und welche zusätzlichen Beträge von deinen tatsächlich geleisteten Diensten abhängen. Vergleiche deshalb Grundgehalt, Zulagen und Zuschläge mit deinen vereinbarten Bedingungen und den zugehörigen Arbeitszeitnachweisen. Berücksichtige dabei auch, dass variable Zuschläge je nach Abrechnungsregelung erst in einem späteren Monat ausgezahlt werden können.

Wenn du Fragen zu deinem Angebot oder deiner Gehaltsabrechnung hast, erreichst du deine zuständigen Medeed-Ansprechpersonen über das MedPortal. Dort kannst du deine Fragen und die dazu benötigten Unterlagen geschützt einreichen. Wir unterstützen dich dabei, die Angaben zu verstehen und Unstimmigkeiten mit der zuständigen Personal- oder Lohnabteilung zu klären.